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Kollegenstress

Julia arbeitet seit 6 Jahren als Sachbearbeiterin in einem Elektrogroßhandel.
Mit ihrem Chef sowie den beiden Kolleginnen kommt sie gut aus.
Dann wird eine neue, junge Kollegin, Maren, eingestellt, die vor allem Julia unterstützen soll.
Maren ist Julia vom ersten Moment an unsympathisch. Obwohl freundlich und zuvorkommend, empfindet Julia sie als Konkurrenz.
Die anderen Kolleginnen finden Maren nett, verstehen Julia’s Bedenken nicht und gehen daher langsam zu dieser auf Distanz.
Die Situation spitzt sich zu, als Maren einen Vorschlag macht, wie man die Abläufe von der Auftragsannahme über Bestellungen bei Lieferanten bis hin zur Rechnungsstellung effektiver gestalten könnte.
Chef und die beiden anderen Kolleginnen sind voll des Lobes, Julia kann die Tränen kaum zurück halten.
Sie fühlt sich gedemütigt und ausgegrenzt und lässt sich erst einmal krank schreiben. „Wenn die bleibt, kündige ich!“ sagt sie.
Dass dies natürlich keine Lösung ist und das Problem offensichtlich nicht direkt mit Maren zu tun hat, sondern diese nur etwas in Julia triggert, wird ihr klar und sie möchte ihr Thema aufstellen.
 
Ich stimme Julia’s Einschätzung zu und lasse daher von ihr nur 2 Stellvertreter, einen für sie selbst und einen für Maren, aufstellen.
 
Sobald sie einander gegenüber stehen, senkt Julia den Kopf, kann Maren nicht ansehen, sackt förmlich in sich zusammen.
Maren dagegen scheint größer zu werden. Sie blickt Julia streng an und sagt: „Stell dich nicht so an! Du warst immer schon schwach und kriegst nichts auf die Reihe!“
Als ich Julia frage, wer die Person ist, sagt sie wie aus der Pistole geschossen:
„ Meine Mutter!“
 
Wir haben es hier also mit einer Übertragung zu tun. Die Kollegin Maren erinnert Julia durch ihre Art, ihre Gestik, vielleicht nur ihre Stimme, an die Mutter.
Und dadurch wird Julia wieder zum handlungsunfähigen Kleinkind.
 
Diese Dynamik ist im Berufsleben gar nicht so selten, wie es vielleicht scheinen mag.
Und gibt uns andererseits die Chance, lange verborgene Verletzungen aus der Kindheit nun erwachsen aufzuarbeiten.
 
Ich lasse Julia ihrer Mutter alles sagen, was sie tief im Inneren fühlt und nie zu sagen gewagt hat. Das wird erst langsam möglich, indem ich Julia’s eigene Kraft und Stärke aktiviere, ihr Selbstbewusstsein wachsen und fühlbar mache.
Je deutlicher und sicherer Julia wird umso zugänglicher verhält sich die Mutter.
Sie erkennt ihre eigenen Fehler, dass sie eine starke Tochter und dies leider mit den falschen Mitteln erreichen wollte.
Schließlich können sich beide liebevoll ansehen.
Julia kann sagen: „Ich bin jetzt erwachsen. Ich liebe dich als meine Mutter, aber jetzt gehe ich meinen Weg so wie ich es für richtig halte!“
Die Mutter kann dies akzeptieren, wirkt sogar erleichtert und meint: „Ich bin stolz auf dich und wie befreit, dass ich mich nicht mehr um dich sorgen muss.“
 
Übrigens: Julia und Maren verstehen sich inzwischen gut, die Zusammenarbeit klappt vorzüglich.
Bei unserem letzten Telefonat sagte Julia: „Freundinnen werden wir wohl nicht, muss ja auch nicht. Aber als Team sind wir erfolgreich und die Arbeit macht mir wieder Spaß.“
 

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